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Grand Canyon du Verdon

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Castello Odescalchi di Bracciano

i-fewo: Castello Odescalchi di Bracciano


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Als ich vor mehr als 15 Jahren das erste Mal den Grand Canyon du Verdon sah, war ich überwältigt von der Schönheit und Einzigartigkeit dieser Landschaft. Am Strand vom Lac de Sainte Croix sahen wir die ersten Bungee-Springer auf dem Point du Galetas, Freeclimber an den Felswänden und Kajakfahrer, die im Canyon unterwegs waren. Auch wir wollten mehr von diesem Tal sehen und mein Freund und ich beschlossen, nur ein wenig in den Canyon zu schwimmen. Die Faszination trieb uns weiter und weiter ins Tal hinein. Hinter jeder Flussbiegung entdeckten wir neue atemberaubende Blicke auf die steilen Felswände, durch die sich der Fluss schlängelt.
Grand Canyon du Verdon
Grand Canyon du Verdon
Hin und wieder schwammen wir an kleinen Aushöhlungen und Wasserfällen vorbei, wo wir anfangs noch auf Schwimmer, weiter hinten im Canyon dann nur noch auf Kajakfahrer trafen, die ebenso wie wir die Schönheit des Canyons genossen. Nachdem wir über 3 Stunden hinein geschwommen waren, beschlossen wir umzukehren. Dass wir vor lauter Faszination bis dato überhaupt nicht auf die Zeit geachtet hatten, wurde uns nun zum Verhängnis. Denn wegen der äußerst schwachen Strömung mussten wir den gleichen Weg auch zurückschwimmen!!! Total erschöpft erreichten wir nach fast 6 Stunden das Ufer. Aber die Mühe hatte sich absolut gelohnt. Denn es war ein grandioses Erlebnis.

Der Canyon befindet sich zwischen Aiguines und Rougon auf einer Länge von rund 21 km. Dazwischen ist das Tal 250 bis 700 m tief und unten 6 bis 100 m breit, oben am Felsrand dagegen 200 bis 1.500 m. Die Wassertemperatur ist selbst in den Sommermonaten mit maximal 17° C recht kühl.

Meeresablagerungen über die Jahrmillionen
Meeresablagerungen über die Jahrmillionen
Der Grand Canyon du Verdon nahm vor 200 Millionen Jahren seinen Anfang. Dies kann man anhand von Meeresablagerungen sehr gut nachweisen. Damals sank die heutige Provence ab und wurde von einem warmen und seichten Meer bedeckt. Somit konnte sich der Kalk am Meeresgrund absetzen und dicke Kalkschichten bilden. Auf diese Weise entstand ein langes Gebirgsmassiv, das von Nizza bis Saint-Jours reicht. Dieses Massiv umschloss eine Hochebene, in der sich der Verdon später sein Bett aushöhlte. Durch gewaltige Erdverschiebungen wurden vor ca. 60 Millionen Jahren dann allmählich die Alpen gebildet. Dies wiederum führte zu Erschütterungen und dadurch wurden wieder riesige Kräfte frei. Dies hatte zur Folge, dass sich das Meer in Richtung Süden zurückzog. Begünstigt durch eine Klimaänderung vor ca. 40 Millionen Jahren, als sich die Niederschlagsmenge sehr stark erhöhte, blieben die tief hängenden Wolken an den Bergen hängen und regneten ab. Zu dieser Zeit flossen 22.000 m³ Wasser durch den Fluss, was einer Durchflussmenge des heutigen Nils entspricht!
So bildete sich das Flussbett des Verdon immer tiefer aus und vollendete sich vor ca. 2 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit durchfluteten durch aufeinander folgende Eiszeiten entstandene gewaltige Eisströme die Schlucht.

Anfang des 20. Jh. wurde der Verdon durch fünf Staudämme gezähmt. Es entstanden die Stauseen von Castillon, Chaudanne, Sainte-Croix, Quinson und Esparron. Durch den Bau der verschiedenen Staustufen wurde es sogar möglich, die Kraft des Verdon zur Energiegewinnung und Trinkwasserversorgung zu nutzen.
Landschaft von Verdon
Landschaft von Verdon
Die Schönheit des Grand Canyon du Verdon zieht in den Sommermonaten Juli und August Scharen von Besuchern an, die auf den Panoramastraßen rund um den Canyon oder im Canyon selbst unterwegs sind. Leider kommt so nur schwer eine beschauliche Stimmung auf. Wer daher die Möglichkeit hat, sollte die Gorges du Verdon lieber in der Vor- oder Nachsaison aufsuchen. Um den Canyon näher kennen zu lernen, empfehle ich zwei Urlaubstage einzuplanen: Am ersten Tag kann man mit dem Auto den Canyon umfahren und am zweiten Tag in den Canyon hinabsteigen.

Eigentlich ist es egal, von wo aus Sie die Umrundung des Canyons starten. Da sich der Canyon hauptsächlich in Ost-West-Richtung ausdehnt, empfiehlt es sich wegen der Lichtverhältnisse, dass Sie mit Ihrem Auto oder Motorrad morgens in Castellane aufbrechen, um dann nachmittags am Lac de Sainte Croix ein erfrischendes Bad zu nehmen und dann südlich vom Verdon wieder in Richtung Castellane zurück zu fahren.
Blick in den Canyom
Blick in den Canyom
Die tiefe Schlucht
Die tiefe Schlucht
Lange Zeit galt die Schlucht als unbezwingbar. Zuerst gelang es dem Höhlenforscher Edouard Alfred Martel, 1905 nach einer dreitägigen Expedition den Canyon zu durchwandern. Noch heute ist diese Route die bekannteste und wird die Sentier Martel Route genannt. Man kann diese in beide Richtungen gehen, jedoch aufgrund geographischer Gegebenheiten ist der Weg von La Maline in Richtung Point Sublime leichter und wird daher häufiger benutzt. Zeitlich kann man - je nachdem, wie gut man zu Fuß unterwegs ist und wie viele Pausen man einlegen möchte, um die grandiose Natur zu genießen - zwischen 5 – 8 Stunden einplanen. Auch sollte man Wanderschuhe, eine Taschenlampe und genügend Trinkwasser mitführen. Die Ausgangspunkte für die Wanderung sind die Berghütte La Maline und der Point Sublime. Wer über den Luxus verfügt, zwei Autos oder zwei
Motorräder vor Ort zu haben, der platziert das zweite Fahrzeug am Endpunkt, um sodann nach Beendigung der Wanderung zurück zum Ausgangspunkt zu gelangen. Alternativ kann man zurück zum Ausgangspunkt trampen, nimmt den selten verkehrenden Bus oder man bestellt sich ein Taxi. Wandert man von La Maline in Richtung Point Sublime, so führt ein kurvenreicher Pfad zunächst hinab in die Schlucht. Unten angelangt orientiert man sich flussaufwärts vorbei an der Felswand der Cavaliers bis zum Baume des Boefs, einer auch als Rastplatz geeigneten Höhle. Weiter geht es bis zur so genannten Mescla, wo der Artuby mit dem Verdon zusammenfließt.
Flaches Flussbett
Flaches Flussbett
Jetzt wird die Wanderung anspruchsvoller, es geht steil empor zur Brèche Imbert, einem aussichtsreichen Felsvorsprung. Anschließend muss man ca. 240 Sprossen einer Metallleiter hinabsteigen, um den Weg in Richtung Point Sublime fortsetzen zu können. Hundehalter können alternativ zu der Metallleiter den 1.194 m langen Tunnel von Guegues benutzen. Nun hat man das Ende des Wanderweges erreicht. Zurück zum Ausgangspunkt kommt man - wie eingangs beschrieben - sofern man nicht die Gelegenheit hatte, sein Fahrzeug dort zu platzieren z. B. mit dem Bus oder einem Taxi.
 
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