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Michelangelo

Sein Erbe an die Menschheit (Teil 2)

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Nach der Vollendung der Statue führte Michelangelos Weg wieder zurück nach Rom, wo ihn die Weiterführung seiner Malereien in der Sixtinischen Kapelle erwarteten. Er ging das Projekt mit Widerwillen an, denn die Freskenmalerei, so behauptete er immer wieder, sei nicht sein Geschäft. Tatsächlich wurde ausgerechnet das ihm unfreiwillig auferlegte Werk sein wichtigstes! Dank seiner ausdauernden Energie und seinem Willen endstand nach einer 4 ½ jährigen Arbeitszeit unter extrem ungünstigen Arbeitsverhältnissen die Dekoration der Kapelle.

Kaum war die Arbeit in der Sixtinischen Kapelle vollendet, widmete sich der Meister wieder dem Monument für den Papst, der 4 Monate später verstarb. Doch der Vertrag wurde von den Erben in verkleinerter Ausführung verlängert.
Sixtinische Kapelle
Sixtinische Kapelle
Moses (San Pietro in Vincoli)
Moses (San Pietro in Vincoli)
Danach wandte sich Michelangelo weiteren Arbeiten zu: Das Werk Moses (San Pietro in Vincoli). Eine große dreiseitige Struktur mit zwei Stockwerken. Sowie ein sehr beschädigter und umstrittener Entwurf des Meisters in Berlin, mit einer Kopie von Sacchetti und die zwei Sklaven, die heute im Louvre ausgestellt sind. Alle Skulpturen wurden zwischen 1513 und 1516 beendet.

Im Januar 1518 unterzeichnet Papst Leo X. einen neuen Vertrag, der die Arbeiten am Grabmal Julius II gegen eine Verzierung der Fassade der Familienkirche San Lorenzo in Florenz aufhob. Eigentlich sollte Leonardo da Vinci diesen Auftrag bekommen, aber durch die Annullierung des alten Vertrages stand der Papst sich damit finanziell besser.
Durch politische Gründe durften die Marmorsteine nicht mehr aus Carrara genommen werden und so suchte man auf Florentiner Gebiet in Pietrasanta nach neuen Steinbrüchen. Die aufwendigen Arbeiten beim Aushub und Transport des Marmors, die Untreue und Inkompetenz seiner Mitarbeiter erzürnten Michelangelo dermaßen, dass er den ganzen Auftrag hinwarf. Die Verträge für die prachtvolle Fassade wurden im März 1518 annulliert.

Danach kehrte Michelangelo zurück nach Florenz, wo zahlreiche Arbeiten auf ihn zukamen. Zu seinen Kunden, zählte jetzt der König von Frankreich, der sich Arbeiten von ihm wünschte um sie neben zwei Bildern von Raffael zu platzieren. Die Gemeinde von Bologna wollten von ihm die Fassade ihrer Kirche St. Petronius gestaltet haben; die von Genua eine Bronzestatue ihres großen Kommandeurs Andrea Doria. Kardinal Grimani bat inständig um jegliche Gemälde oder Statuen, die er übrig habe; andere Kunstliebhaber bedrängten ihn um Kleinigkeiten wie Stiftzeichnungen oder Entwürfe.
Nach Raffaels Tod sollte, gedrängt von seinem Freund Sebastian del Piombo aus Rom, Michelangelo nach Rom zurückkehren, um die noch verbliebenen Malerarbeiten im Vatikan zu beenden, doch er kam der Aufforderung nicht nach. Vielmehr glaubt man, dass er zwischen 1518 und 1522 seine Arbeit auf die Grobbearbeitung von vier Sklaven für das Grabmal von Julius und drei Aufträge von römischen Bürgern für eine Statue des auferstandenen Christus erledigte. Die grob bearbeiteten Sklaven befinden sich heute noch in den Boboli-Gärten in Florenz. Der Christus, praktisch vom Meister beendet, mit den letzten Ausbesserungen durch seine Schüler, steht in der Kirche Santa Maria sopra Minerva in Rom.

Die nächsten zwölf Jahre von Michelangelos Leben (1522–1534) verbrachte er in Florenz, und wieder hauptsächlich in den Diensten seiner gegensätzlichen und launischen Patrone – der Medici. Die Arbeit an der Laurenzianer Bibliothek nahm Michelangelos Zeit zwischen April 1524 und Oktober 1526 voll in Anspruch. Erst danach widmete er sich wieder der Arbeit an der Kapelle. Schließlich, nach vielen Änderungen in Umfang und Programm der Pläne für die Grabkapelle Gestalt annehmend, enthielten sie nicht wie zunächst vorgesehen Denkmäler für die Gründerväter des Hauses, Cosimo (pater patriae), Lorenzo il Magnifico oder selbst Leo X., sondern nur für zwei jüngere Mitglieder des Hauses, die kürzlich gestorben waren, Giuliano, duc de Nemours, und Lorenzo, Herzog von Urbino.
Grob bearbeitete Statue
Grob bearbeitete Statue
Michelangelo brütete lange über verschiedenen Entwürfen für diese Arbeit und war noch mit der Ausführung beschäftigt als politische Revolutionen dazwischenkamen und sein Gewerbe unterbrachen. 1527 ereignete sich der Sacco di Roma und dadurch der anscheinende Untergang Papst Clemens. Worauf die Medici aus Florenz vertrieben wurden und somit keine Geldmittel mehr für die Arbeiten in San Lorenzo zur Verfügung standen. Michelangelo beschäftigte sich auf Einladung der neuen Signoria eine Weile mit einer Gruppe aus Herkules und Cacus und einer weiteren aus Samson und den Philistern – letztere aus einem Marmorklotz zu hauen, der schon für einen anderen Zweck von Baccio Bandinelli bearbeitet worden war.

Büste von Michelangelo
Büste von Michelangelo
Bald darauf wurde er aber gerufen, hinsichtlich einer bevorstehenden Belagerung. Er wurde zum leitenden Techniker für die Befestigungsanlagen. Doch Florenz fiel. Als sich die Stadt 1530 ihren Eroberern unterwarf, wurde Michelangelo sogleich von Papst Clemens wieder angestellt. In den nächsten vier Jahren setzte er zeitweise seine Arbeit an den Medici-Monumenten – ab 1532 mit der Unterstützung Giovanni Angelo Montorsolis und anderen Schülern – und dem Bau der Laurentinischen Bibliothek fort.

1531 erkrankte Michelangelo schwer; 1532 hatte er einen längeren Aufenthalt in Rom und ging einen weiteren Vertrag für die Vollendung des Julius-Monuments ein, das jetzt noch mehr reduziert wurde und statt in St. Peter in der Kirche San Pietro in Vincoli platziert werden sollte. Im Herbst 1534 verließ er endgültig Florenz. Die anstehenden Arbeiten in der Medici-Kapelle wurden von Schülern beendet, und die Kapelle wurde erst 1545 zur Betrachtung geöffnet.

Michelangelo hatte beabsichtigt, entsprechend dem neuen Vertrag von 1532 all seine Kräfte der Fertigstellung des Julianischen Monuments zu widmen, sobald er die Medici-Grabmäler beendet haben würde. Aber seine Absicht wurde wiederum enttäuscht. Papst Clemens bestand darauf, dass er seine Dekorationen der Sixtinischen Kapelle vervollständigen müsse. Das gewählte Thema war das Jüngste Gericht, und Michelangelo begann, Entwürfe vorzubereiten. Im Herbst 1534, mit 60 Jahren, ließ er sich für den Rest seines Lebens in Rom nieder. Michelangelo Buonarroti verstarb am 18.021564 in Rom. Er wurde in der Kirche St. Croce in Florenz beigesetzt. Er war einer der berühmtesten Künstler aller Zeiten und der bedeutendste Repräsentant der italienischen Hochrenaissance.

Übersicht der Werke von Michelangelo:
1489–1492
Madonna an der Treppe, Marmorrelief. Florenz, Casa Buonarroti
 
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