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San Marino

vom unbedeutenden Dorf zur Republik! (Teil 1)

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Die Republik San Marino liegt in Italien zwischen den Regionen Emilia-Romagna (Provinz Rimini) und Marken (Provinz Pesaro und Urbino), nahe der adriatischen Küste, nur 25 km von Rimini entfernt. Auf dem Felskamm Monte Titano liegt die Festung La Guaita, die im Laufe der Jahrhunderte ständig erweitert wurde. San Marino ist die älteste Republik der Welt mit einer Geschichte, die bis auf das Jahr 301 n.Chr. zurückgeht. Sie ist kein Stadtstaat wie z.B. Monaco, Singapur oder der Vatikanstaat, sondern San Marino besteht aus neun Gemeinden.
Nationalflagge San Marino
Nationalflagge San Marino
Gebietskarte San Marino
Gebietskarte San Marino
Provinzen von San Marino
Provinzen von San Marino
Zur Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian flüchtete der Eremit Marino auf den Berg Titano. Ursprünglich kam er von der Insel Rab (Kroatien, Region Dalmatien) und gelangte über das Meer nach Rimini. Es gesellten sich immer mehr Verfolgte zu ihm auf den Berg, sodass bald eine kleine Gemeinschaft entstand. Der gelernte Steinmetz Marino errichtete aus eigener Hand gebaut aus Stein ein Heiligtum und daneben ebenfalls aus dem Felsen gemeißelt sein Bett! Am 3. September im Jahre 301 verstarb der Heilige Marino (San Marino) und hinterließ der Nachwelt den Berg als Zeichen seines Glaubens und seines rastlosen Schaffens!

Kupferstich - Marino beim Schaffen
Kupferstich - Marino beim Schaffen
In den ersten Jahrhunderten nach der Gründung war ihr einziger Schutz, dass niemand von der kleinen Gemeinschaft Notiz nahm! Trotzdem wurde aber um das Jahr 1000 mit dem Bau von Befestigungsanlagen begonnen. So entstanden auf dem Berg drei Burgen, die nie eingenommen werden sollten!

Im nördlichen Bereich der Marken um San Leo – 23 km südöstlich vom Berg Titano – einem Gebiet, das nach der Adelsfamilie Montefeltro genannt wird, kämpfte der Kirchenstaat gegen das Kaiserreich. Auch die in San Marino lebenden Ghibellinen und Guelfen wurden gegeneinander aufgehetzt, was dazu führte, dass Mitte des 13. Jh. die kaisertreuen Ghibellinen die Guelfen verbannten. Aber gleichzeitig wuchsen die Mauern zusammen mit der Entschlossenheit, weiterhin keinerlei Steuern – an wen auch immer – zu zahlen. Und so ging San Marino eine Allianz mit Mentefeltro ein, um sich der Herrschaft des Bischofs zu entziehen! – Was auch gelang, denn als die Päpste nach Avignon ziehen, wurde dem Bischof die bischöfliche Residenz innerhalb der Stadtmauern entzogen, danach das Richterrecht und schließlich das Recht Steuern zu erheben! Ein Bischof nach dem anderen versucht auf die unterschiedlichsten Weisen, die San Marinoaner zur Aufgabe zu bewegen! Der eine Bischof versuchte, San Marino samt Bürgern zu verkaufen. Ein anderer setzte auf eine Verschwörung. Man beruft sich auf Urteilssprüche oder griff direkt zu den Waffen! Erst im Jahre 1351, als der Bischof Peruzzi nach einer Niederlage seinen Bischofsitz in San Leo verliert und sich vor lauter Not nach San Marino flüchtet, wendet sich das Blatt! San Marino öffnet ihm nur unter der Vorraussetzung, dass es von der Feudalherrschaft befreit ist, seine Tore! Auf Geheiß des Papstes sollen die Kardinäle Albornoz und Anglico die Ordnung wieder herstellen, wobei San Marino in deren Augen keinerlei Rolle spielt! So wechseln sich in zwei Jahrhunderten lang immer wieder hin und her die Herrscher in San Leo, Maiolo, Talamello, Verucchio und Montefiore ab, nur nicht in San Marino, das weiterhin unabhängig bleibt!

Während Friedrich von Urbino und Sigismund von Rimini sich als Fürsten aufspielen und ihr Territorium durch die Eroberung von vielen Gemeinden in Kleinstaaten umwandeln, bleibt San Marino davon unbeeindruckt und behauptet sich dem einen wie dem anderen gegenüber! Es unterstreicht somit seine Einzigartigkeit und ernennt sich selbst zur Republik! Zum Schutz der jungen Demokratie wird nicht lange gezögert und eine weitere Wehrmauer um die Stadt San Marino errichtet. Bei der geringsten Bedrohung wird nicht lange gefackelt, denn die Waffen sind immer blank und zahlreich vorhanden! Schließlich muss er nach der Amtszeit eines jeden Regenten (nach 6 Monaten) dem Staat eine neue Armbrust übergeben. Auch wissen die Bürger von San Marino damit umzugehen, denn in den mageren Jahren verdienten sich die Einwohner als Legionäre!

Im Jahre 1463 gelingt es San Marino sein Territorium durch einen klugen Schachzug zu verdoppeln. Es steht dem Papst und den Montefeltro gegen die Malatesta zur Seite! So halten die Kardinäle Einzug in Rimini und die Geschlechterfehde zwischen den Malatesta und den Montefeltro wurde beendet! Aber die Gefahren für San Marino scheinen kein Ende nehmen zu wollen, denn im Jahre 1543 versuchen die Verwandten der Kardinäle von Rimini und Santarcangelo aus und 1549 von Veruccio aus San Marino einzunehmen. Und wieder greift San Marino nicht nur zu den Waffen, sondern auch zu Steinen und Mörtel um die Wehrmauern erneut zu verstärken. Auf politischer Ebene wird mit Urbino ein schriftlicher Packt geschlossen: Urbino verpflichtet San Marino, jederzeit zu Hilfe zu kommen wenn San Marino angegriffen wird. Somit ist San Marino unter den Schutz von Urbino gestellt. Dieser Schutz dauerte 4 Jahrhunderte, bis sich das Herzogtum Urbino dem Ende neigt. Denn der amtierende Herzog Francesco Maria della Rovere hat keine Nachkommen. Beim Tod des Herzogs fällt dann der gesamte Besitz an die Kirche. Dies schien dann auch das Schicksal von San Marino zu sein, denn es hat sich ja im 13. Jh. dem Herzogtum verpflichtet! Aber San Marino hat vorgedacht und sich im Jahre 1603 direkt beim Papst abgesichert! Der Vatikan erließ eine Erklärung, dass – sollte die Herrschaft Urbino untergehen – San Marino unter den Schutz des Papstes gestellt wird! Im Jahre 1631 verstirbt der Herzog, das gesamte Herzogtum Urbino geht an die Kirche und in der Republik San Marino wehen weiterhin die Fahnen von San Marino – weithin sichtbar! Vorsorglich hat man in der Zwischenzeit die Gebeine des Heiligen Marino als offiziell anerkennen lassen, auf diese Reliquie – als Zeichen der Souveränität – eine Krone niedergelegt, und dann verkündet, dass dieser Heilige es war, der ihnen diese Freiheit schenkte! Damit gab sich San Marino, in Zeiten des Elends, wehrlos und ohne jeglichen Schutz in die Hände Roms! Aber San Marino ist nicht unterzukriegen, es möchte in der Welt von sich reden machen! Überall herrscht Absolutismus und Unterdrückung, nur nicht in San Marino. Dort – so schreiben bald Journalisten und Schriftsteller – lebt ein bunt zusammengewürfelter Haufen Bergdörfler, die eine Republik gegründet haben! Diese Nachricht breitet sich in Europa wie ein Lauffeuer aus! Bis an die Grenzen von Europa und darüber hinaus berichtet man von der „glücklichen Stadt“! Viele machen sich auf den Weg, um sich selbst von der Geschichte zu überzeugen und man spricht und schreibt über San Marino, das sich so seinen Platz im Herzen der Völker erobert hat!
 
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