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Ist die Mode aus der Mode?

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Was ist Mode? Und was unterscheidet die Moden?

Das Wort Mode wird aus dem französischen Wort mode (lat.: modus) hergeleitet und damit verbindet allgemein gesehen einen bestimmten Zeitraum von einer bestimmten Gruppe von Menschen, die bestimmte Dinge tun, benutzen oder erwerben. Am besten hat es wohl Karl Lagerfeld formuliert und auf den Punkt gebracht: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode.“ – Somit sind Moden nur Momentaufnahmen, ein Status Quo in einem stets dem Wandel unterzogenen Prozess, das die modischen Aspekte durchaus auch neu interpretieren kann.

Jede Zeit hat Ihre eigene Mode. Denken Sie an die französische Mode in der Spätzeit des Rokoko. In den Jahren zwischen 1770-1790 trugen die Damen wie Madame Pompadour Reifröcke, die nach und nach so breit wurden, dass die Damen nur seitlich die breiten Flügeltüren passieren konnten. Oder werfen Sie einen Blick auf die Moderichtungen des Spätmittelalters, Mittelalters sowie der Renaissance.
Mode des Rokoko
Mode des Rokoko
Die damalige Mode erfüllte den Zweck eine Standeszugehörigkeit zu definieren, wogegen die Mode heute, aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten eher als Ausdruck der Individualität und der Selbstdarstellung zu sehen ist, wobei Italien dort eine Ausnahme bildet. Dort war und ist noch heute die Mode ein Instrument der sozialen Befreiung, des Aufstiegs der Klassen durch die Bekleidung.

Metropole der italienischen Mode
Metropole der italienischen Mode
Die italienische Mode nahm 1951 ihren Anfang. Mit einer Modenschau, die Serego Giorgini in Florenz veranstaltete, begann die Geschichte der italienschen Mode, die bis heute andauert. Das Label „Made in Italy“ findet Bewunderung, das Prêt-à-porter der siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts triumphiert und Mailand wird zur Metropole der italienschen Mode erkoren.

So wie diese Zeiten etabliert jede neue Mode neue Denk-, Verhaltens- und auch Gestaltungsmuster. Die gesellschaftlichen Standards bekommen somit Kann- und Muss-Optionen, woraus sich dann wiederum Wertungen herleiten, die die Gesellschaft dann z.B. als altmodisch, unmodern oder auch als klassisch (zeitlos) bezeichnen. Mode wurde immer als ein Ausdruck der sozialen Bestätigung und auch der Selbstbestätigung verstanden und diente als wichtiges Kommunikationsmittel zwischen den Individuen und ganzen Völkern. Sie ist eine Sprache des Wunsches und eine Erzählung über die Entwicklung der Sitten, des Scharms und der Weltvorstellung. Wobei die erotische Motivation bei der Auswahl der Kleidung den größten Stellenwert einnimmt.

Mit dem Wort Mode assoziiert man zunächst Kleidung. Aber das Wort Mode kann viel mehr und wird, je weiter man den Begriff dehnt, immer unklarer. Oskar Wilde erklärt es so: „Mode ist nicht nur eine Frage der Kleidung. Mode hat etwas mit Ideen zu tun, damit, wie wir leben.“. Somit lässt sich alles, was Sie betrachten, klassifizieren. Sei es in der Gartengestaltung, Hausgestaltung, Stadtplanung und auch im privaten Bereich.

Mode ist ein hochkomplexes gesellschaftliches Phänomen. Sie erfüllt auf der unteren Ebene die sehr unterschiedlichen individuellen Bedürfnisse und auf der höheren Ebene die kollektiven Bedürfnisse einer Gesellschaft. Dazu reicht der Grad von Zugehörigkeit bis Abgrenzung, Expressionismus bis Tarnung und Exhibitionismus bis Verhüllung. Wobei sich das eine vom anderen auf den unterschiedlichen Ebenen nicht ausschließt.
Eine Extremform von Exhibitionismus und Einbildungskraft spiegelt das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Anderson wider und auch in „Kleider machen Leute“ beschäftigt sich Gottfried Keller mit der übersteigerten Bedeutung von Kleidung – zwischen Schein und Sein. Die Mode erfüllt somit das Grundbedürfnis nach Beachtung, Anerkennung und dem Wusch, sich selbst und anderen zu gefallen. Sie steht in keinem Widerspruch zur Konformität und ist vielmehr ein Ausdruck von individuellem Lebensgefühl und aktueller Stimmungen.
Aktuelle Mode
Aktuelle Mode
Und so wird sich auch die zukünftige Mode sich weiter entwickeln, altes wird wieder Modern, und/oder neue Ideen reifen und prägen somit die Menschen und die Gesellschaft, in der sie leben.
 
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