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Friedrich II.

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Castello Odescalchi di Bracciano

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Friedrich der II. erblickte am 26.12.1194 in Jesi bei Ancona (Region Marken) das Licht der Welt. Er war der Sohn on Kaiser Heinrich VI und Konstanze von Sizilien. Gestorben ist Friedrich II. am 13.12.1250 in Castel Fiorentino bei Lucera (Provinz Foggia in Apulien). Die Schwangerschaft war umstritten, da seine Mutter bereits 40 Jahre alt und 9 Jahre kinderlos beblieben war. Eine Erzählung besagt, dass die Geburt in einem Zelt vor der Kirche in Jesi stattgefunden hat. Obwohl es 19 Bischöfe und Kardinäle bezeugten, wurden dennoch Gerüchte laut, dass das Kind in Wirklichkeit von einem Metzger stamme und Konstanze von Sizilien untergeschoben wurde!

Friedrich II.
Friedrich II.
Bereits im Alter von fast 2 Jahren – am 25. Dezember 1196 – wurde Friedrich in Frankfurt a.M. zum römisch-deutschen König gewählt. Als im darauffolgenden Jahr sein Vater Heinrich VI. bei den Vorbereitungen zu den Kreuzzügen verstarb, sollte er an die Stelle seines Vaters aufrücken, da sein Onkel Philipp von Schwaben den Thron für ihn freihalten wollte. Doch nicht alle Fürsten erneuerten den Treueid auf Heinrich, sodass sich Philipp gezwungen sah doch im März 1198 den Königsthron zu besteigen, um der welfischen Seite und damit Otto IV. von Braunschweig nicht den Thron zu überlassen.

Nach dem Tod von Heinrich VI ging seine Mutter mit ihm nach Sizilien, leistete dort dem Papst Coelestin III. den Lehnseid und verzichtete somit auch für ihren Sohn auf das deutsche Königtum. Fast zeitgleich mit seinem Onkel Philipp, der den Königsthron in Deutschland bestieg, wurde Friedrich am 17. Mai 1198 zum König von Sizilien erklärt. Als seien Mutter im gleichen Jahr verstarb, wurde der neue Papst Innozenz III. zu seinem Vormund, der seine Stellung ausnutzte, um die Macht des Kaisers in Italien abzubauen und die des Papstes zu stärken.

1208 vermittelte der Papst Innozenz III. eine Heirat zwischen dem 14-jährigen Friedrich und der 25-jährigen Konstanze, einer Schwester von König Peter II. von Aragón und Witwe des ungarischen Königs Emmerich. Als Gegenleistung sollte Sizilien an Aragón fallen, würde er ohne männliche Nachkommenschaft sterben. Doch Konstanze gebar wenige Jahre später (1211) Friedrichs ersten Sohn Heinrich und Friedrich wurde aus der Vormund des Papstes entlassen.

Jetzt konnte Friedrich mit der Unterstützung der katalanischen Ritter, die als Konstanzes Mitgift nach Sizilien gekommen waren, Kriegsgüter wieder unter seine Kontrolle bekommen, die sich die Adligen Siziliens angeeignet hatten. Dies blieb aber nicht ohne Aufstände in den Reihen der Adligen. Die Tumulte versuchte Otto IV. – der nach dem Tode von Philipp 1208 zum König des deutschen Reiches wurde – auszunutzen und Sizilien wieder unter die Deutsche Krone zu bringen. Jedoch Papst Innozenz III. schlug sich auf die Seite von Friedrich, um diesen Plan zu vereiteln.

Ausblick von Castel del Monte
Ausblick von Castel del Monte
Im Sommer 1211 wurde Friedrich II. auf Drängen des Papstes hin zum Kaiser ausgerufen, nachdem Philipp ja to und Otto IV. vom Papst gebannt worden ist. Im darauffolgenden Jahr brach Friedrich II. Richtung Deutschland auf und erreichte mit deinem Gefolge Konstanz. Die Stadt bereitete sich gerade auf den Empfang von Otto IV. vor. Nach dem feierlichen Verlesen der Bannbulle von Papst Innozenz III. gegenüber Otto IV. wurde Friedrich II. Zutritt zur Stadt gewährt und Otto IV. der drei Stunden später die Stadttore ereichte wurde zurückgewiesen.

Gestärkt durch die Hand des Papstes ließ sich Friedrich II. am 5. Dezember 1212 in einer Nachwahl in Frankfurt a.M. erneut als König bestätigen und am 9. Dezember im Dom von Mainz krönen. In der nachfolgenden Zeit wurde Friedrich II. dem Kind aus Apulien (dt. chint aus Pulle) vorgeworfen, er sei bloß ein „Pfaffenkönig“, also eine Marionette des Papstes, zumal er dem Papst die Wiederherstellung und den Erhalt der Rechte der Kirche zugesichert hatte.
Als Gegenleistung half der Papst die Herrschaftsansprüche auch in den Gebieten durchzusetzen, die noch auf der welfischen Seite standen. Höhepunkt des Machtanspruchs zwischen den Welfen und dem Staufer war die Schlacht von Bouvines, bei der die Welfen unterlagen. Nachdem nun Otto IV. ausgeschaltet war, ging Friedrich II. verstärkt gegen die Städte am Niederrhein vor, die ihn zum Teil nicht anerkannten und am 23. Juli 1215 wurde er in Aachen zum römisch-deutschen König gekrönt und schließlich auf dem Vierten Laterankonzil vom Papst Innozenz III. als Kaiser bestätigt.

Trotz seines Titels römisch-deutscher Kaiser hielt sich Friedrich II. die meiste Zeit seines Lebens in Apulien und Sizilien auf, so von 1221 bis 1235 und von 1237 bis 1250. Während dieser Zeit ließ er sich in Deutschland durch seine Söhne vertreten.

1220 zog Friedrich II. mit nur kleinem Gefolge nach Sizilien. Dort erließ er Gesetze, die die Adelsfehden beenden und den Landfrieden herstellen sollten. Er schränkte mit Hilfe der kleinen Landadligen die Rechte der Barone stark ein und im zweiten Schritt dann auch die der Landadligen selbst.
Castel del Monte
Castel del Monte
So wurden auch alle in den 20 zurückliegenden Jahre erbaute Burgen eingezogen, um so eine Reihe befestigter Stützpunkte im Königreich Sizilien zu erhalten.

Friedrich II. ließ in Nordapulien das Castel del Monte bauen und gründete 1224 die Universität Neapel, die zur Aufgabe hatte, Beamte für den Staat heranzubilden. Einwohner des Königsreichs wurden verpflichtet, nur in Neapel zu studieren. 1246 schrieb er ein Buch über die Falkenjagt (Über die Kunst mit Vögeln zu jagen), führte das Rechnen mit der Null ein und prägte den Ausspruch, dass der eine größere Tat vollbringe, der es schafft, dass dort, wo bislang ein Halm wächst, nun deren zwei wüchsen, dass ein solcher wohlgemerkt eine größere Tat vollbringe, als ein König, der eine Schlacht gewonnen habe.

Seine Versuche, auch die Kirche in Sizilien unter seine Kontrolle zu bringen, blieben weitgehend erfolglos. Vielmehr noch, die Auseinandersetzungen wurden immer schärfer und führten schließlich zur Exkommunikation.

Falkenjagd
Falkenjagd
Am 9. November 1225 heiratete er in Brindisi die Königin von Jerusalem, Isabella II. (Jolande) und ernannte sich selbst am gleichen Tag zum König von Jerusalem. Isabella starb bereits 1228 bei der Geburt des späteren Konrad IV., hatte aber damit den Anspruch auf Jerusalem an die staufische Dynastie weitergegeben. Als Friedrich II. abermals den Kreuzzug auf Grund einer Seuche im August 1227 verschob, wurde er unter Berufung auf den Vertrag von San Germano von Papst Gregor IX. gebannt.

Ungeachtet des Bannes brach er 1228 zum Fünften Kreuzzug auf. Der Papst verschärfte daraufhin den Bann, indem er den Adel in Sizilien und im Reich von seinem Treueid entband. Im Heiligen Land fand Friedrich nur wenig Unterstützung, gleichzeitig bereitete der Papst einen Einmarsch ins Reichsgebiet in Oberitalien vor. Damit waren militärische Operationen für Friedrich unmöglich und seine Rückkehr nach Italien dringend nötig. Und so setze er sich am 18. März 1229 in der Grabeskirche die Krone des Königreichs Jerusalem auf sein Haupt und bracht den Kreuzfahrer-Adel dazu, Konrad – seinen Sohn – als König anzuerkennen, bevor er eilig nach Brindisi aufbrach.

Zurück auf Sizilien bekämpfteer zunächst die päpstlichen Truppen und gewann schnell seine Rechtsansprüche zurück. Hermann von Salza nahm noch während der Kämpfe Vermittlungsgespräche mit dem Papst auf, um die Lösung des Banns von Friedrich II. zu erreichen, was auch im Juli 1230 durch eine Reihe von Zugeständnissen gelang. Friedrich II. setzte sich aber über die Vertragsvereinbarungen hinweg, was zu neuem Konfliktpotential führte.

Auch in Deutschland gab es Konflikte. Er überwarf sich mit seinem Sohn Heinrich VII. Grund waren harte Erlasse gegenüber den Fürsten, die Friedrich mehrmals als ungültig erklärte, was auch dazu führte, dass er sich auch bei anderen Adligen unbeliebt machte. Heinrich verbündete sich schließlich mit mehreren kaiserfeindlichen deutschen Adligen und auch mit lombardischen Städten. Der Aufstand brach fast ohne Kämpfe zusammen, als Friedrich im Land war. Über Heinrich saß Friedrich 1235 in Worms zu Gericht. Seine Verbündeten wurden begnadigt, der Kaisersohn selbst aber entthront und auf Sizilien eingekerkert.

Daraufhin schuf Friedrich II. in Deutschland das Amt eines Reichshofrichters nach dem Vorbild seiner Neuerungen auf Sizilien und versöhnte sich mit den Welfen und nahm Otto von Lüneburg in den Reichsfürstenstand auf und rief damit das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg ins Leben. Schließlich ließ Friedrich II seinen Sohn, Konrad IV., 1237 in Wien zum neuen römisch-deutschen König und zum zukünftigen Kaiser wählen.

Zurück in Italien musste sich Friedrich erneut dem Papst Gregor IX. entgegenstellen, denn dieser plante eine Gesetzessammlung für Sizilien erstellen zu lassen. In Windeseile ließ Friedrich seinerseits ein Gesetzeswert erstellen, um sich als Gesetzgeber zu profilieren.

Und als dann noch der Kaiser Anspruch auf die Lombardei und Mailand erhob, läutete die letze heiße Phase im Konflikt zwischen dem Papst und dem Kaiser ein. 1236 erklärte Friedrich II. den Reichskrieg gegen die beiden Kommunen. Bis in den Herbst 1237 erreichte keine der beiden Kriegsparteien eine militärische Entscheidung. Erst am 27. November konnte der Kaiser bei der Feldschlacht von Cortenuova den Sieg für sich entscheiden. Friedrich II. erklärte offen das Bündnis zwischen dem Papst und den aufständischen Lombarden worauf Friedrich II. erneut eine Bannbulle erhielt.

Jetzt kannte Friedrich II. kein Halten mehr und ließ jeglichen päpstlichen Anspruch auf Sizilien fallen. Indem er eine große Streitmacht aufstellte und die Verwaltung grundlegend umstrukturiert. Dann baute er ein umfangreiches Spitzelsystem auf, ließ die Grenzen sperren und die dem Papst ergebenen Bettelorden ausweisen. Die kaiserliche Kanzlei entwickelte in dieser Situation eine außergewöhnliche Aktivität. Nicht nur an Kardinäle, sondern auch an die Bürger Roms und vor allem die Fürsten der Christenheit gingen pathetische Aufrufe in großer Zahl hinaus.

Grab von Friedrich II.
Grab von Friedrich II.
Durch die Gefangennahme mehrerer Bischöfe vereitelte Friedrich II. ein von Papst Gregor IX. für Ostern nach Rom einberufenes Konzil, wo sich zweifelsfrei nun auch die Bischöfe gegen den Kaiser ausgesprochen hätten und nicht nur der Papst selbst. Nach einer kurzzeitigen Annäherung, bei der sogar Friedrich II. die Absolution in Aussicht gestellt wurde, widerrief der Papst diese sofort wieder, als Berichte von Übergriffen von kaiserlichen Truppen auf den Kirchenstaat ihn erreichten. Daraufhin floh der Papst nach Lyon, wo er dann ein Konzil einberief und am 17. Juli 1245 den Kaiser für abgesetzt erklärte.
Die Gründe dafür waren: die Untreue als Lehnsmann, Friedensbruch, Gotteslästerung und Häresie.

In Italien ging Friedrich II. gegen die aufständischen Städte militärisch vor, betrieb aber gleichzeitig Verhandlungen mit dem Papst. Als er sich 1247 bereits auf dem Weg zu einem Treffen befand, fiel die strategisch wichtige Stadt Parma von ihm ab. Kurz darauf verbuchte er jedoch wieder militärische Erfolge. In dieser Lage versuchten seine Gegner 1246 ein Attentat, das aber scheiterte. In dieser Phase schien alles auf eine Niederlage Friedrichs hinzudeuten, doch Anfang 1250 wendete sich das Blatt: In Deutschland hielt Konrad den Feldzug des Gegenkönigs Wilhelm auf, mehrere oberitalienische Städte wechselten auf die kaiserliche Seite. Der Papst geriet in eine bedrängte Lage und bot auf Anraten Ludwigs IX. Verhandlungen an. Friedrich II. war auf dem Weg zur Residenz von Innozenz IV – dem neuen Papst – in Lyon. Als er erkrankte und auf Castel Fiorentino (Gargano / Region Apulien), in einer Mönchskutte gekleidet, am 13. Dezember 1250 verstarb. Friedrichs Sarkophag aus rotem Porphyr steht im Dom von Palermo. Dort ruht er neben seinen Eltern.
 
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