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Perseus von Benvenuto Cellini

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Cellini-Büste, Ponte Vecchio (Florenz)
Cellini-Büste, Ponte Vecchio (Florenz)
Der sehr bekannte Benvenuto Cellini wurde am 03.11.1500 in Florenz geboren, wo er auch im Alter von 70 Jahren am 13.02.1571 verstarb. Seine Eltern waren Giovanni Cellini und seine Frau Maria Elisabetta di Stefano Granacci. Sein Vater stand als Baumeister im Dienste Medici, verdiente sich aber als Musiker und Instrumentenbauer etwas hinzu. Für Benvenuto Cellinis Vater war die Musik eine große Leidenschaft und so sollte auch Benvenuto Cellini Musiker werden. Aber mit 14 Jahren entschied sich Benvenuto Cellini dann doch für das Goldschmiedehandwerk. Unter großen Mühen gelang es Benvenuto Cellini seinen Vater zu überzeugen, dass er zu Michelangelo da Viviano in die Lehre gehen kann. Aber seinem Vater war es nach wie vor nicht recht, dass er das Goldschmiedehandwerk erlernte und holte ihn aus der Lehre raus. Benvenuto Cellini widersetzte sich erneut seinem Vater und führte seine Lehre in der Werkstatt von Antonio di Sandro fort.

Im Alter von 16 Jahren wurde er aufgrund einer Schlägerei zu sechs Monaten Verbannung aus Florenz bestraft. Die Zeit nutzte Cellini, um in Siena bei Meister Francesco Castoro zu arbeiten und zu lernen. Kaum war er nach Florenz zurückgekehrt, trieb es ihn schon wieder fort. Diesmal ging seine Reise nach Bologna. Dort arbeitete er für Meister Ercole und anschließend für den Miniaturmaler Scipio Cavaletti. Nach dieser Zeit ging er wieder zurück nach Florenz, um nach einem Streit mit seinem Bruder Florenz abermals zu verlassen. Planlos treibt es ihn über Lucca nach Pisa. Dort verbrachte er ein Jahr bei Meister Ullivieri della Chiostra, um dann erneut nach Florenz heimzukehren.

Seinem Vater zuliebe behielt er das musizieren bei, wurde ihm aber bald zum Gräuel und er hörte damit auf. Ein Streit entstand daraufhin zwischen seinem Vater und ihm und er zog sich diesmal nach Rom zurück. Dort verbrachte er dann 2 Jahre in der Werkstatt von Firenzuola di Lombardia, die er dann auf Bitten seines Vaters verließ, um nach Florenz zurückzukehren.

Zurück in Florenz nahm er auf Bitten seines Vaters auch das Musizieren wieder auf, bis er erneut wegen Streitigkeiten und Schlägereien unbekannt als Mönch verkleidet aus Florenz fliehen musste. Zeitgleich zu seiner Flucht aus Florenz nach Rom wurde sein Gönner Giulio de' Medici zum Papst Clemens VII. ernannt.

Salzfass von Benvenuto Cellini
Salzfass von Benvenuto Cellini
Der Bischof von Salamanca bestellte in der Werkstatt von Giovanpiero della Tacca einen großen Wasserkessel, der von dem Maler Maler Gioanfrancesco Penni entworfen wurde. Aber Cellinis schlechtes Gewissen holte ihn ein und er stellte sich als Musiker in den päpstlichen Dienst. Dies hatte zur Folge, dass es zu Terminverzögerungen für seinen Auftrag kam und der Bischof nicht vertragsgemäß zahlen wollte. Cellini aber brachte sich wieder in den Besitz des Wasserfasses und verteidigte die Herausgabe mit Waffengewalt gegen die Lakaien des Bischofs. Dieser Mut brachte ihm ernorme Bekanntheit unter den Römern und bald schon konnte er seine erste eigene Werkstatt eröffnen.

Aber die Werkstatt gab es nicht lange, denn mit dem Ausbruch der Pest im Jahre 1527 ging er aus Rom weg aufs Land, um der Pest zu entgehen. Er kaufte dort von den einfachen Bauern Wertgegenstände auf, die bei den Arbeiten auf den Feldern häufig gefunden wurden, um sie in Rom gewinnbringend zu verkaufen. Im gleichen Jahr griff er zusammen mit den übrigen Bürgern Roms zu den Waffen, um Rom vor der Belagerung durch deutsche Landsknechte und spanische Söldner zu befreien. Auf Geheiß des Papstes zerstörte Cellini eine Reihe von wertvollen Kunstgegenständen, um sie nicht in die Hände der Belagerer fallen zu lassen, wobei ein Teil des Schatzes von ihm beiseite geschafft wurde.

Nach der Beendigung der Belagerung zog es Cellini wieder zurück in seine Heimatstadt Florenz, ging dann kurze Zeit später nach Mantua um dann vier Monate später erneut nach Florenz zurückzukehren, wo gerade die Pest viele Florentiner das Leben kostete. Von seiner Familie blieben nur ein Bruder und eine jüngere Schwester am Leben.

Für den Meister Girolamo Mazzeti arbeitete Cellini dann an einer Medaille, auf der im Relief Herkules einem Löwen den Rachen aufreißt. Diese Arbeit findet Bewunderung bei Michelangelo. Dadurch findet sich Cellini in seiner Schaffenskraft bestätigt und verlangt nach immer größeren Arbeiten. Eine davon war erneut eine Medaille – diesmal aber für Federico Ginori. Diese Medaille gelangte später auf Umwegen zu Franz I von Frankreich, was später noch die Berufung an den Französischen Hof zur Folge haben wird.

Die Auftragslage war sehr gut und so schaffte es Cellini bald wieder, sich eine eigene Werkstatt mit 5 Angestellten leisten zu können. Aber bei einem Einbruch in seine Werkstatt wurden Prägestempel entwendet und alsbald gelangten Falschmünzen in den Handel! Cellini wurde verdächtigt, aber der Papst breitete seine schützende Hand über Cellini und als dann noch die wahren Diebe gefangen genommen wurden, fühlte sich der Papst in seinem Vertrauen bestätigt und verschaffte ihm eine lohnende Anstellung als päpstlicher Leibtrabant. Überheblichkeit und Streitsucht waren die Folge des hierarchischen Aufstiegs und so dauerte es nicht lange, bis er jemanden lebensgefährlich verletzte und aus Angst Rom verlassen musste und sich nach Neapel absetzte. Heimlich kam er aber alsbald zurück.

1534 verstarb sein Gönner Clemens VII. und ihm folgte Paul III. auf den päpstlichen Thron. Und Cellini wartete auf die passende Gelegenheit, um sich des Anführers seiner Verfolgung zu entledigen. Der Tot von Pompeo de´ Capianeis blieb zunächst folgenlos für Cellini, der dafür einen Freibrief vom Papst erhielt. Aber die Familie des Toten wollte ihre Rache und so entkam Cellini, nur knapp am Tot vorbei, nach Florenz. Erst ein erneuter Freibrief lies ihn nach Rom zurückkehren, worauf er in Rom ernsthaft erkrankte und man schon fest mit seinem Tot rechnete. Aber wie durch ein Wunder erholte er sich von der Krankheit und ging nach Florenz zu seiner Schwester, um sich zu erholen.

Als er im Jahre 1535 nach Paris aufbrach, um dem König von Frankreich seine Aufwartung zu machen blieb diese Reise erfolglos. So reiste Cellini von Florenz aus über Padua, Venedig, über die Alpen in die Schweiz um von dort über Lyon nach Paris zu gelangen. Nach seinem Misserfolg reiste er wieder zurück nach Italien, um in Rom erneut eine Künstlerwerkstatt mit diesmal 12 Angestellten zu eröffnen. Aber auch diese Unternehmung war nur von kurzer Dauer, denn alsbald machte ein Gerücht in Rom die Runde, dass Cellini bei der Sacco di Roma (Römische Belagerung 1527) beim Zerstören des Schatzes wertvolle Edelsteine entwendet hätte.
Perseus mit dem Haupt der Medusa
Perseus mit dem Haupt der Medusa
Daraufhin wurde er für 2 Jahre ohne Verfahren in der Engelsburg gefangen gehalten, bis Kardinals von Ferrara, Ippolito d’Este intervenierte. Cellini kam frei und folgte der Einladung, die der Kardinal ihm im Auftrag des französischen Königs Franz I überbrachte.
Perseus-Sockel (Minerva)
Perseus-Sockel (Minerva)
Das erste Zusammentreffen mit Franz I fand in Fontainebleau statt. Dort stellte der König Cellini lukrative Aufträge in Aussicht, die aber ausblieben. Auch die in Aussicht gestellte Bezahlung empfand er als unangemessen. So wuchs bei Cellini der Wunsch, eine Wallfahrt nach Jerusalem zu unternehmen. Bei Nacht und Nebel brach er auf, wurde aber sehr schnell von der Leibgarde des Königs aufgespürt und zurückgebracht. Der „Fluchtversuch“ hatte den positiven Nebeneffekt, dass der König ihn sofort mit dem Auftrag versah, 12 lebensgroße Statuen zu schaffen. Die Arbeiten interessierten den König so stark, dass er ihn sogar mehrfach in seiner Werkstatt aufsuchte. Das bekannte Salzfass wurde bei einem der königlichen Besuche in Auftrag gegeben. Bald sprach ganz Paris von dem Künstler Cellini und er wurde mit Aufträgen überschüttet, was ihm einflussreiche Feinde einbrachte. An erster Stelle war Madame d’Etampes, eine Geliebte des Königs.

1545 nach langem zähem Verhandeln mit dem König wurde ihm ein Urlaub genehmigt. Seine Reise führte ihn zurück nach Florenz, wo er beim Herzog Cosimo vorstellig wurde. Dieser stellte ihm einen Auftrag für eine Skulptur des Perseus in Aussicht. Fasziniert von dem Angebot und der damit verbunden Chance endlich mit seinen Vorbildern Michelangelo oder Donatello gleichziehen zu können, nahm er an. Der Herzog schenkte Cellini eine Villa in deren Garten unter erschwerten Bedingungen die Statue gegossen wurde. 8 Jahre nahm das Werk für ihn in Anspruch. Nachdem Güsse für eine Büste des Herzogs und 4 Figuren des Sockels für Perseus glückten, wagte er sich an die enthauptete Medusa heran. Auch dieser Guss verlief zu vollsten Zufriedenheit des Künstlers, sodass er nun an die Figur des Perseus ging. Die Schwierigkeit war, dass die Statue in einem Guss erfolgen musste. Während des Gusses geriet das Gebälk des Daches in Brand, sodass Regen und Sturm in die Werkstatt eindrang und der Ofen zerbarst vor Überhitzung. Aber 2 Tage, nachdem der Guss vollendet war konnte er dem Herzog die erfreuliche Mitteilung überbringen, dass der Guss bis auf eine kleine Stelle am rechten Fuß gelungen war.

Nach der Vollendung des Perseus genehmigte der Herzog Cellini einen Urlaub. Seine Reise führte ihn nach Rom wo er sich um eine Anstellung beim Papst Julius III. bewarb. Zurückgewiesen vom Papst reiste er wieder zurück nach Florenz, um die Statue des Perseus zu vollenden und sie dann 1554 in der Loggia dei Lanzi in Florenz feierlich zu enthüllen. Dort ist sie noch heute zu sehen. Dieses Werk sollte das größte Werk Cellinis bleiben. Müde von den Streitereien – nicht zuletzt mit der Familie des Herzogs um die Bezahlung des Perseus – entschied sich Cellini zum Wechsel in den geistigen Stand und nahm 1558 die Tonsur, die Zugehörigkeit zum katholischen Klerus. Bereits 2 Jahre später ließ er sich von seinen Gelübden entbinden, um 1563 seine Haushälterin Piera di Salvadore Parigi zu ehelichen. Finanziell ging es für Cellini nach Fertigstellung des Perseus schnell bergab. Dies hatte mehrere Gründe. Zum einen blieben die Aufträge aus, die Gelder von Cellini wurden nicht richtig verwaltet und er geriet immer wieder in Prozesse. Verarmt im Alter von 70 Jahren verstarb Cellini an einer Brustfellentzündung, die ihn schon längere Zeit geplagt hatte.
Perseus-Sockel (Danaë)
Perseus-Sockel (Danaë)
 
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