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Das majestätische Odescalchi Schloss (Castello Odescalchi di Bracciano), eines der schönsten europäischen Feudalhäuser aus Marmor, befindet sich am südwestlichen Ufer des Bracciano Sees nur wenige Kilometer von den Toren Roms entfernt in der Region Latium (Italien). Mit der Erbauung des Castello wurde 1470 von Napoleone Orsini begonnen, und 15 Jahre später stellte sein Sohn Gentil Virginio es im Jahre 1485 fertig. Durch die Jahrhunderte wurde das Schloss – bedingt durch seine günstige strategische Position nördlich von Rom, aber auch der Nähe zum Meer hin – mehrfachen Umbauarbeiten unterworfen. Heftige Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft über das Schloss entbrannten zwischen den wichtigsten aristokratischen römischen Familien wie Colonna und Borgia.

Wappen der Odescalchi
Wappen der Odescalchi
Die Missgunst gegen die Familie Orsini wegen ihrer politischen Position und wegen ihres unermesslichen Reichtums ging so weit, dass Papst Alessandro VI das Schloss 1496 konfiszieren ließ. Am Ende der Unterwerfung der rachsüchtigen Familie Borgia waren die Orsinis wieder in der Lage, das Schloss in den Besitz zu nehmen und die Verschönerungsarbeit und die Vergrößerung der Schlossanlage weiterzuführen. Nach der Familie Orsini übernahm die Familie Odescalchi 1696 die Burg. Die Familie Odescalchi entstammt aus einem alten italienischen Adelsgeschlecht, das seit dem 14. Jh. in der Region von Como residierte.

Castello Odescalchi di Bracciano
Castello Odescalchi di Bracciano
Innenhof bei Nacht
Innenhof bei Nacht
Durch die „römischen“ Interessen wurde der Familie Odescalchi das Schloss zugesprochen. Denn der aus einer Seitenlinie der Odescalchi stammende Benedetto Odescalchi wurde 1676 zum Papst Innozenz XI. (1676 - 1689) erwählt (einer der bedeutendsten Päpste des 17. Jh.) und holte so seine Familie nach Rom. Der Neffe des Papstes, Livio I. Odescalchi wurde von Leopold I. – dem Prinzen des heiligen römischen Reiches – als Auszeichnung für seine Tatkraft, im Krieg gegen die Türken, im Jahre 1693 zum Herzog von Sirmium und Bracciano ernannt. Während der französischen Besetzung von Rom 1797, wurden viele kostbare Einrichtungsgegenstände geplündert.

Innenhof mit Freigang
Innenhof mit Freigang
Freigang von Odescalchi
Freigang von Odescalchi
Durch ein Rückzahlungsrecht wurde die Fehde zwischen den Familien Odescalchi und den Torlonia beigelegt und die Familie Odescalchi erhielt das Schloss zurück. Im Jahre 1848 wurde es vom Prinzen Livio III Odescalchi dem Herzog Marino Torlonia zurückgekauft. Der Führungspersönlichkeit von Prinz Livio’s Sohn Baldassarre ist es im 19. Jh. zu verdanken, dass die antike Pracht des Schlosses wieder hergestellt wurde und es wurde ein Plan ersonnen, wie man durch vorsichtige Kaufmaßnahmen die leeren Hallen mit Kunstwerken anreichert. Es wurde angestrebt, den Zustand vor der Belagerung durch die Franzosen wieder herzustellen. Sie wurden bei den Restaurationsarbeiten von dem Architekten Raffaello Ojetti unterstützt.

Im Jahre 1952 ließ Prinz Livio IV. das Schloss für Besucher öffnen. Das Castello Odescalchi ist eines der wichtigsten und besterhaltensten Schlösser in Mittelitalien. Das Museum ist von Dienstag bis Samstag von 10:00 – 12:00 und von 15:00 – 17:00 und sonntags und in den Ferien von 9:00 – 12:30 und von 15:00 – 17:30 geöffnet. Es gibt nur Führungen durch das Museum und diese sind auch in deutscher Sprache möglich.

Statue
Statue
Freitreppe
Freitreppe
Beim Durchschreiten der großen Hallen erscheinen einem die fünfhundert Jahre Geschichte sehr lebendig. Jede der Hallen hat ihre ganz eigene Faszination. Dort lebten Päpste, Prinzen und Könige zusammen mit den bewundernswerten Kunstwerken von Bernini Pisanello, Antoniazzo den Romano und Taddeo Zuccari. Der Museumsbesuch beginnt in der prächtigen päpstlichen Halle, in der Papst Sixtus IV. im Jahr 1481 lebte, um nicht von der Seuche, die in Rom grassierte angesteckt zu werden. Die beiden Stuckdecken, die die Halle verzieren, wurden von Taddeo Zuccari erschaffen und sind durch die chromatischen Effekte von beträchtlichem Wert. Der dritte Raum erhielt seinen Namen von einem anderen berühmten Gast, der dort 1900 lebte: König Umberto I.

Geheime Garten
Geheime Garten
Papalina-Halle
Papalina-Halle
Danach gelangt man in die Triptychon-Halle (griechisch triptychos = dreifach, benannt nach dem dreigeteilten Gemälde) von Bernini Pisanello. In der Cäsar-Halle befinden sich zwölf Büsten des Cäsar, die entlang den Wänden aufgestellt sind. Oberhalb der der Büsten befindet sich ein Fresko, das sich Piero de Medici im November 1487 bewundernd anschaute. Danach gelangt man in die von Bildern reich geschmückte Halle der Orsinis und gelangt über die Turmstufen auf die 2. Etage. Man geht über den Freigang bis zur kleinen Halle Ercoles und danach in die Waffenhalle, die oberhalb der Cäsar-Halle liegt. In der Halle befindet sich eine bedeutende Ansammlung mittelalterlicher Waffen. Über die offene Galerie gelangt man dann auf den Wehrgang, der die fünf Türme miteinander verbindet und auf dem früher die Soldaten Patrouille gelaufen sind. Dieser wundervolle Rundumblick kennzeichnet das Ende der Führung durch das Castello Odescalchi di Bracciano.

Cäsars-Halle
Cäsars-Halle
Waffenhalle
Waffenhalle
Die Führung geht durch die Halle von Caesar, durch den geheimen Garten, durch den historischen Turm bis zur Waffenkammer. Beim durchschreiten der großen Hallen erscheinen einem die fünfhundert Jahre Geschichte sehr lebendig. Jeder der Hallen hat seine ganz eigene Faszination. Dort lebten Päpste, Prinzen und Könige zusammen mit den bewundernswerten Kunstwerken von Bernini Pisanello Antoniazzo den Romano und Taddeo Zuccari.
Reiterrüstung
Reiterrüstung
Aussicht vom Wehrgang
Aussicht vom Wehrgang
 
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