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Volterra

die Festung am Berg

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Bereits bei der Anfahrt nach Volterra beeindruckt die Stadt durch ihre Lage. Nicht umsonst zählt Volterra zu den schönsten Städten der Toskana. Hoch oben auf 530 m ü.NN thront Volterra auf einem Bergrücken umgeben von den Tälern Val di Cecina und Val di Elsa. Volterra liegt in der Toskana (Italien) und gehört zur Provinz Pisa. Die Stadt befindet sich etwa 50 km südlich von Pisa und auch 50 km vom Meer entfernt in einer kargen, zerklüfteten Hügellandschaft, Le Balze genannt.

Hier hat die jahrtausendlange Erosion Geröllhalden mit Lehm- und Tuffgestein aufgeschüttet und durch Felsabbrüche das Landschaftsbild der Le Balze geschaffen. In Volterra leben zurzeit fast 11.500 Einwohner auf einer Fläche von 252 qkm.

Volterra
Volterra
Entstanden ist Volterra aus mehreren etruskischen Siedlungen bereits 7 Jh. v. Chr., aber erst im 4. Jh. v. Chr. haben sich diese Siedlungen zusammengeschlossen, eine 7 km lange Befestigungsmauer um ihre Siedlungen zum Schutz gezogen. Sie nannten diese nun gegründete Stadt Velathri. Sehr schnell nahm die Stadt an Bedeutung zu und zählt zu den 12 ältesten und größten Städten Etruriens. Die Lage hoch oben auf dem Berg machte Velathri zu einer wahren Festung. Im ersten Bürgerkrieg wurde Velathri nach 2-jähriger Belagerung durch den Diktator Lucius Cornelius Sulla Felix im Jahre 79 v. Chr. eingenommen. Im 12. und 13. Jh. n. Chr. war Volterra eine eigenständige Republik und fiel erst im 15. Jh., durch Lorenzo Il Magnifico (Medici) im Jahr 1472, an Florenz. Heute zählt Volterra zur Provinz Pisa.

Le Balze
Le Balze
Volterra - Porta a Selci
Volterra - Porta a Selci
Stadttor Porta all’Arco
Stadttor Porta all’Arco
Durch das Stadttor Porta all’Arco betritt man die Stadt. Das Stadttor stammt aus dem 4. Jh. v. Chr. und ist gut erhalten. Auf dem äußeren Bogen des Tores erkennt man noch drei verwitterte Köpfe, allerdings ist deren Bedeutung bislang noch umstritten. Von der Via Porta Arco aus biegt man die erste Straße links ab und befindet sich auf einem der best erhaltensten Plätze in ganz Italien. An die Piazza dei Priori grenzen der Palazzo dei Priori und der Palazzo Pretorio aus dem 13. Jh. mit seinem Gefängnisturm „Torre del Podesta“, der aber von jeher als Ferkelturm „Torre del Porcellino“ bezeichnet wird, an. Der Palazzo dei Priori ist das älteste Rathaus in der Toskana.

Hinter dem Palazzo dei Priori befindet sich der Dom Santa Maria Assunta an der Piazza San Giovanni wo sich auch das Battistero und das Museum Diocesano d’Arte Sacra (Diözesanmuseum der Kirchenkunst) befindet. Der Dom stammt aus dem 12. Jh. und war unverkennbar durch seine verschiedenen Stilrichtungen im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Umbaumaßnahmen unterworfen. Dort befindet sich auch eine der größten Holzskulpturen Italiens. Das Battistero wurde ein Jahrhundert später errichtet und ist durch seine grün-weiß gestreifte Marmorfassade ein schöner Anblick. Im Innern befindet sich ein von Andrea Sansovino (* 1460 – † 1529, Schüler von Leonardo da Vinci) gefertigtes Taufbecken, das die Taufe Jesu Christi auf einem Relief darstellt.

Piazza dei Priori
Piazza dei Priori
Duomo Santa Maria Assunta
Duomo Santa Maria Assunta
Beherrscht wird aber Volterra von der großen Festungsanlage (Fortezza Medicea) die von den Medicis (Lorenzo Il Magnifico) errichtet worden ist. Heute befindet sich dort ein Hochsicherheitsgefängnis für schwere Straftäter oder Mafiamitglieder. Mehrmals im Jahr wird in dem Gefängnis für bis zu 200 Gäste ein mittelalterliches Fest hergerichtet. Das Gefängnisrestaurant dient als Resozialisierungsmaßnahme für die Insassen um sie auf ein normales Leben vorzubereiten. Gäste und Köche werden von der Gefängnisleitung im Vorfeld genaustes überprüft. Nur wer als Gast ohne Vorstrafen ist darf dort speisen und muss sich vor Eintritt ins „Restaurant“ einer genausten Kontrolle unterziehen. Auch nach dem Fest werden die Gäste und Insassen genau kontrolliert!

Fortezza Medicea (Festungsanlage)
Fortezza Medicea (Festungsanlage)
Alabasterverarbeitung
Alabasterverarbeitung
Volterra ist auch die Hauptstadt des Alabasters. Über 50 verschiedene Sorten von Alabaster lassen sich um Volterra herum finden. In der Via del Sarti befindet sich der Palazzo Viti, der mit den besten Alabasterarbeiten und antiken Möbeln ausgestattet worden ist. Ausgebaut wurde der Palazzo von dem Alabasterhändler Guiseppe Viti, der den Palazzo Ende des 19. Jh. kaufte und umbauen ließ.

Das Museum Guarnacci stammt aus dem Privatbesitz des gleichnamigen Gelehrten (* 1701 – † 1785), der sein Studium der antiken Geschichte Volterras widmete. Zahlreiche Funde wurden von ihm aufgekauft und zusammengetragen. Das Museum ist heute das bedeutendste etruskische Museum in der Toskana wo sich neben Urnen, Grabbeigaben und Münzen aus der Zeit auch der weltbekannte Urnendeckel aus Terracotta „Gri Sposi“ – das Ehepaar – das in jedem Geschichtsbuch zu finden ist, befindet. Abgerundet wird die Ausstellung mit über 600 Urnen, die anhand der Abbildungen auf dem Deckel sortiert sind noch mit Schmuckstücken und Arbeiten aus Alabaster, wie Haushaltsgegenstände und Brunnen.

Museum Guarnacci
Museum Guarnacci
Teatro Romano
Teatro Romano
Verlässt man Volterra durch die mittelalterliche Porta Florentina so gelangt man zum Teatro Romano. Das Freilichttheater wurde in der Zeit von Kaiser Augustus erbaut und bot 2000 Zuschauern genügend Platz. Die Bühnenwand des Theaters wurde aufwendig rekonstruiert. Unterhalb des Theaters wurden nachträglich Thermalanlagen erbaut. Heute finden in Volterra Jazz-Konzerte „Volterra Jazz“ und wieder Theateraufführungen „Volterra Teatro“ statt. Auch bietet Volterra durch sein Ambiente den perfekten Rahmen für ein mittelalterliches Fest „Rievocazione medivale“ und das Fahnenschwingerfest, wo sich Jünglinge in der Kunst des traditionellen fahnenschwingens messen.
 
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