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Die bunten Gesichter der Toskana

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Die bunten Gesichter der Toskana Die Toskana (ital.: Toscana) befindet sich im nördlichen Teil Italiens und ist heute 23.000 qkm groß. In zehn Provinzen ist diese Region aufgeteilt. Im Nord-Westen befindet sich Massa-Carrara, dann folgen nach Osten hin Lucca, Pistoia, Florenz und Arezzo. Im Zentrum der Toskana liegen die Regionen Pisa und Siena und im Süden schließt Livorno und Grosseto an. Die Hauptstadt der Region ist Florenz. Eingegrenzt ist die Region im Norden von Ligurien und der Emilia-Romagna, im Osten grenzt sie an die Marken und Umbrien und im Süden schließt sich die Region Latium an.

Die Toskana ist etruskischer Herkunft (lat.: etrusci tusci). Die Etrusker besiedelten den Bereich der Toskana im Zeitraum 800 v. Chr. – 100 v. Chr. und heute noch lassen sich im Süden der Toskana Grabmäler aus der etruskischen Zeit besuchen.
Karte der Toskana
Karte der Toskana
Die Museen in der Toskana zeigen Kunst- und Gebrauchsgegenstände aus jener Zeit. Woher die Etrusker kamen kann nur vermutet werden, aber man geht ganz stark von einer orientalischen Herkunft aus. Die Schrift, die nur zum Teil bislang entschlüsselt werden konnte, ist zwar aus dem frühen griechischen Alphabet, aber sie wird wie in der orientalischen Sprache von rechts nach links geschrieben. Den Namen verdankt die Toskana den Etruskern, von der lateinischen Bedeutung tusci.

Der Norden der Toskana
Apuanische Alpen
Apuanische Alpen
Die Toskana wird im Norden stark von dem Ausläufer des Appennins beherrscht. Hier in den Apuanischen Alpen haben einige Bergspitzen eine Höhe von fast 2.000 m und fallen auf nur 30 km zum Meer hin, steil ab. Gerade in der Provinz Massa-Carrara sieht man dies am deutlichsten. Aber auch in der Provinz Lucca, nördlich von Lucca, fährt man im Flusstal des Fiume Serchio immer tiefer in die Garfagnana hinein und sieht rechts und links die hohen Berge aufragen. Dieses Gebiet ist besonders bei Urlaubern beliebt, die in kleinen abgeschiedenen Dörfern in Ferienhäusern den Urlaub verbringen möchten. Tagsüber die Wälder durchwandern oder sich einfach die reizenden Bergdörfer und die grandiose Landschaft anschauen. Die westliche Seite der Apuanischen Alpen in der Region Massa-Carrara, ist ideal um einen Strandurlaub mit einem Urlaub in der Ruhe der Abgeschiedenheit zu verbinden. Viele Ferienhäuser dort haben eine ausgezeichnete Lage mit Meerblick.

Näher am Meer in der Versilia (Küstenlandschaft von Massa-Carrara und Lucca) finden sich die mondänen Badeorte wie Marina di Carrara, Marina di Massa, Forte dei Marmi, Marina di Pietrasanta, Lido di Camaiore und Viareggio. Gerade bei den deutschen Urlaubern ist diese Region besonders beliebt. Zum einen wegen der schönen Sandstrände entlang der Küste, aber auch wegen der günstigen Lage nach Genua, Lucca und Pisa. Besonders schön ist der Blick von den Stränden auf die Apuanischen Alpen und in Marina di Carrara, sowie Marina di Massa, schaut man auf die Steinbrüche, wo der bekannte Carrara-Marmor abgebaut wird. Dort haben sich schon die Römer ihren kostbaren Marmor für ihre Villen und Paläste geholt und Künstler wie Michelangelo, haben aus dem Stein wahre Kunstwerke geschaffen. Ein Besuch in den Marmorsteinbrüchen ist sehr zu empfehlen.

Blick auf die Apuanischen Alpen vom Meer aus
Blick auf die Apuanischen Alpen vom Meer aus
Alter Lastkarren für Marmorblöcke
Alter Lastkarren für Marmorblöcke
Badestrände an der Versilia
Badestrände an der Versilia
Die Region Pistoia liegt ideal um von dort die Kunststädte Florenz, Lucca und Siena zu besuchen. Die ältesten und bekanntesten Thermalbäder in ganz Italien befinden sich in Montecatini Terme. Die teilweise noch im alten Stil erhaltenen Thermalanlagen mit ihren Mosaiken und Marmorausstattungen, wirken zeitlos erhaben, wie auch der gesamte Ort Montecatini Terme mit seinen sehr gepflegten Parks, Thermalhallen, Jugendstilhäusern und Cafes. Auch noch erwähnenswert ist im Westen der Region Pistoia in Collodi, der Collodipark, der, man ahnt es schon, der hölzernen Marionette Pinocchio gewidmet ist. Ansonsten zeichnet sich die Region Pistoia südlich des Appenins durch Olivenbaumplantagen, Obstplantagen und Weinberge aus. Für Wintersportler bietet Abetone mit seinen vier Tälern ideale Wintersportbedingungen.


Der Osten der Toskana
Die östliche Toskana mit den Regionen Florenz und Arezzo sind geprägt von großen Wäldern mit Eichen, Buchen und Kastanien. Besonders beliebt sind die Regionen um die Hauptstadt Florenz und die Provinzstadt Arezzo. Gerade Florenz ist angehäuft mit Kunstwerken aus den unterschiedlichsten Epochen, angefangen von den Etruskern über die Römer bis hin zu den Medici und der Neuzeit. Es wirkt geradezu, dass Florenz selbst ein einziges Museum ist.

Blick auf Florenz
Blick auf Florenz
Die Fülle an Sehenswürdigkeiten aufzuführen wäre zu lang, aber sehenswert sind auf jeden Fall der Florentiner Dom und das Battisterio San Giovanni mit der vergoldeten Paradiestür, der Ponte Veccio, die Uffizien sowie das Wahrzeichen der Stadt der David von Michelangelo. Arezzo dagegen ist eher stiller und beschaulicher, dort scheint die Moderne noch etwas auf sich zu warten, jedenfalls, wenn es einen in die angrenzende Bergwelt, die Gebiete des Mugello und Casentino, von Arezzo verschlägt. Viele Mystiker haben in den Wäldern gelebt und es wurden dort einige Mönchsorden gegründet, die heute noch existieren. Heute treffen sich dort im Herbst, wenn sich die Wälder in ein wahres Farbenmeer verwandeln, viele Pilzsucher und Trüffelfans zum Stelldichein!

Santa Maria della Pieve an der Piazza Grande
Santa Maria della Pieve an der Piazza Grande
Die Stadt Arezzo ist vor allem wegen seinem außergewöhnlichen Antiquitätenmarkt bekannt geworden. Händler aus aller Welt kaufen dort begehrte toskanische Raritäten, aber leider wird auch viel minderwertige Wahre angeboten. Dieser findet am ersten Wochenende des Monats in Arezzo statt und dann verwandelt sich die ganze Stadt in einen einzigen Trödelmarkt. Wer die Ursprünglichkeit der Stadt erleben möchte, der plant einen Besuch außerhalb des Trödelwochenendes. Dann kann man durch die engen Gassen und Straßen der Stadt wandeln und sich an den vielen historischen Gebäude erfreuen, die zum großen Teil noch gut erhalten sind oder aufwendig restauriert wurden.

Die Provinz Siena zählt zweifelsohne zu den Highlights jedes Toskanaurlaubs. Diese Provinz ist an landschaftlicher Schönheit und ursprünglichen Orten kaum zu überbieten. Im Norden zwischen Siena und Florenz befinden sich die Weinanbaugebiete des Chianti und des Chianti Classico, einer Gegend, die von Weinbergen mit ihren Weingütern dominiert wird. Je weiter man aber in den Süden kommt, wird die Landschaft karger. Hier findet sich dann die Crête Senesi, jene Toskana, die dank Ihrer kargen Landschaft und der schnell wechselnden Lichteinfälle als die Bilderbuch-Toskana bezeichnet wird. Fotografen wie Maler versuchen dieses einmalige Farbenspiel festzuhalten. Nicht umsonst befinden sich viele Malerateliers, die auch Malkurse anbieten, gerade in dieser Gegend.

Piazza del Campo
Piazza del Campo
Landschaft südlich von Siena
Landschaft südlich von Siena
Die Stadt Siena thront auf drei Bergen und wenn man durch eins der vielen Eingangstore die die Stadt umgeben schreitet, scheint es, man wäre in der Zeit zurückversetzt. Hier spielt noch Tradition eine wichtige Rolle im Alltagsleben. So wundert es auch keinen, dass seit dem 14. Jh. noch zweimal im Jahr der Il Palio auf der Piazza del Campo, der Hauptpiazza von Siena abgehalten wird. Die Piazza del Campo zählt zu den schönsten Plätzen in ganz Europa. An dieser Piazza befindet sich das Rathaus (Palazzo Pubblico) und daneben der Torre del Mangia einem über hundert Meter hohen Glockenturm von dem aus man einen wundervollen Ausblick über die historischen Gebäude von Siena und die umliegende Landschaft genießen kann.

Weitere sehenswerte Städte in der Provinz Siena sind vor allem Montepulciano, San Gimignano, die Stadt der Geschlechtertürme und Colle di Val d'Elsa.


Der Süden der Toskana
Palazzo Comunale an der Piazza Dante
Palazzo Comunale an der Piazza Dante
Die südlichste Provinz der Toskana ist Grosseto. Die Hauptstadt der Provinz ist die gleichnamige Stadt Grosseto. Geprägt wird die Landschaft rund um Grosseto durch die weitläufigen Wiesen, Wälder und die Sümpfe, die erst seit dem 18. Jh. trocken gelegt wurden. Die sumpfige Küstenlandschaft nennt sich Maremma, das aus dem spanischen marisma (sumpfiges Küstenland) hergeleitet wird. Die Maremma wird überwiegend von der Vieh- und der Pferdezucht beherrscht. Dort leben heute noch Cowboys, Butteri genannt, die zu Pferd die großen Wildpferdeherden oder Viehherden von einer Weide durch die dichte Macchia der Maremma zur nächsten treiben. Ansonsten ist die Maremma, abgesehen von einigen Städten recht einsam und weitläufig. Nur die Küstenregion mit seinem über 7 km langen Sandstrand ist dicht besiedelt. Städte wie Punta Ala, Ortobello oder Porto Santo Stefano sind sehr beliebt.

Punta Ala ist vor allem unter Golfspielern ein Begriff. Der wunderschöne Golfplatz bietet wunderschöne Ausblicke auf das Meer und führt durch die Macchia der Maremma. In Porto Santo Stefano genießt man von der mächtigen spanischen Befestigungsanlage (Fortezza Spagnola) ein schöner Ausblick über den Ort und das Meer. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Porto Santo Stefano im toskanischen Borgo-Stil wieder neu aufgebaut und verleiht heute der Stadt sein Flair. Lohnenswert ist ein Besuch im Tarotgarten von Niki de Saint Phalle in Fiorentina bei Garavicchio.


Der Westen der Toskana
Im Westen befinden sich die beiden Provinzen Pisa und Livorno. Die Provinz Pisa ist von der Landschaft her hügelig und wird mit vom Fluss Arno, der durch die Provinz fließt geprägt. Grüne Wiesen und Felder, dichte Wälder und dazwischen kleine Ortschaften mit ländlichem Charakter oder Borgos prägen das Landschaftsbild. Die größeren Städte der Provinz wie Cascina, Pontedera, Volterra und natürlich auch Pisa, die Hauptstadt der Provinz. Sehenswert sind die kleinen Ortschaften und Gehöfte. Sowie die etruskische Stadt Volterra und vor allem die Universitätsstadt Pisa. In Pisa ist vor allem der Schiefe Turm, der Dom und das Baptisterium auf der 'Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder) sehenswert. Zahlreiche Besucher aus aller Welt lassen sich beim Versuch den Schiefen Turm abzustützen fotografieren.

Schiefe Turm von Pisa
Schiefe Turm von Pisa
Kirche Santa Maria della Spina (Dornenkirche) am Arno
Kirche Santa Maria della Spina (Dornenkirche) am Arno
Der aus Pisa stammende Galileo Galilei soll auf dem Schiefen Turm die Gesetzmäßigkeiten des freien Falls beobachtet haben.
Direkt am Arno liegt die Kirche Santa Maria della Spina (Dornenkirche), die besucht werden kann. Jedes Jahr wird im Juni in Pisa das „Gioco del Ponte“ gefeiert. Ein Spektakel in dem in historischen Kostümen gekleidet die im Norden von Pisa wohnenden Einwohner versuchen mit schweren Wagen über die Arnobrücke in den Süden von Pisa vorzudringen, was aber von den im Süden wohnenden Einwohnern verhindert wird.

Die Provinz Livorno wird noch ergänzt durch die vier Inseln Elba, Capraia, Gorgona und Montecristo, die zum Toskanischen Archipel zählen. Besonders beliebt ist die Provinz vor allem wegen den langen Sandstränden zwischen Livorno und Piombino. Die so genannte Etruskerküste (Costa Etrusca) ist vor allem bei den Italienern sehr beliebt. Geprägt wird die Etruskische Riviera (Riviera degli Etruschi) vor allem durch die langen Strände und den Pinienwäldern vor der Küste.

Sehenswerte Städte sind Bolgheri, Cecina, Portoferraio, San Vincenzo, Venturino, Piombino und Livorno. Von der Hafenstadt Piombino aus fahren täglich mehrere Fähren zu den kleinen Inseln des Toskanischen Archipels. Livorno ist eine der größten Städte der Toskana, die Außenbezirke sind nicht so schön anzuschauen, dagegen lohnt sich ein Ausflug in die Altstadt von Livorno.

Etruskerküste von Livorno (Riviera degli Etruschi)
Etruskerküste von Livorno (Riviera degli Etruschi)
An der Piazza Grande befindet sich der Dom von Livorno und direkt daneben an der Piazza Municipio die größte Einkaufszone Livornos. Von der Festung, die einst die Stadt und den Hafen sichern sollte genießt man heute einen herrlichen Ausblick über die Stadt und das Meer.
 
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