Nizza befindet sich in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur im Südosten Frankreichs, genauer gesagt im Departement Alpes-Maritimes direkt am Mittelmeer. Nizza wurde erst im Jahre 1859 Französisch, was den italienischen Einschlag der Nizzaer (Einwohner von Nizza) erahnen lässt. Gegründet wurde die Stadt so ca. 350 v. Chr. von den Phokäern und hieß damals Nikaïa oder Nicaea (griechisch Nike) und übersetzt siegreich heißt.
Der Tourismus hat in Nizza eine alte Tradition. Zuerst kamen die Engländer, angezogen von dem satten Azurblau des Himmels und im Spätherbst über den ockerroten Dächern der Altstadt. Da es zu dieser Jahreszeit in England bereits kalt und feucht war, erfreute man sich dort an den warmen Tagestemperaturen und einer Wassertemperatur von immerhin noch 20° C. |
![]() Die Uferpromenade von Nizza bei Nacht |
Alexander Dumas (französischer Schriftsteller) erklärte 1851, dass Nizza im Grunde genommen ja eine englische Stadt sei, in der man hin und wieder mal auf einen Einheimischen treffen könne. Tatsächlich verbrachten 1890 ca. 22.000 Feriengäste den Winter in Nizza und 20 Jahre später waren es dann bereits schon ca. 150.000 Urlauber. Nicht nur Mitglieder der Europäischen Herrenhäuser und der Adel verbrachten ihren Urlaub in Nizza, sondern auch Künstler, wie der deutsche Philosoph, Dichter und notorischer Nörgler Friedrich Nietzsche. Er ließ sich zur Aussage über Nizza hinreißen, dass „die Tage in Nizza mit einer unverschämten Schönheit daherkämen“. |
![]() Hafen von Nizza - Ankerplatz der Luxusjachten |
Dieses Flair der Stadt ist bis heute in Nizza noch lebendig. Nizza erlebt sich als eine junge und lebhafte Stadt. Die Uferpromenade des Anglais (Engel) – die Flaniermeile Nizzas und Aushängeschild der Stadt – ist gesäumt von prächtigen Hotelbauten für das zahlungskräftige Klientel. Dort tummeln sich täglich, neben den vielen Urlaubern vor allem Jogger, Inline-Skater, Radfahrer und Nordic Walker. Der Strand von Nizza ist kein Sandstrand, wie man es vermuten würde sondern ein Steinstrand. Dort nutzen viele Ihre Mittagspause, um bei einem Sonnenbad sich im kühlen Nass des Meeres die Füße zu kühlen. |
Spätestens in der Altstadt von Nizza entlarvt sich die Stadt beim Anblick der Wäsche, die über den in pastellfarben getünchten Gassen hängt, dass sie den italienischen Einschlag nie ganz verloren hat und den savoyischen Wurzeln treu geblieben ist. Die Gassen sind so eng, dass sie, wenn überhaupt, nur mit einem ganz kleinen Auto zu befahren sind. Die Altstadt mit ihren barocken Bauten dient als bespielbare Bühne der Einheimischen wie auch der Gäste. Hier bummelt man gemächlich durch die Gässchen und genießt das einmalige Ambiente von Nizza. Auf den Plätzen, wie am Cours Saleya wechseln sich täglich die Märkte ab. Wo heute noch der Blumenmarkt ist, kann morgen der Obstmarkt oder der Antiquitätenmarkt sein. |
Sehenswert sind in der Altstadt die Kathedrale Sainte-Réparate aus dem 17. Jh. (die Fassade wurde erst 1825 errichtet), die Verkündigungskirche (Sainte-Rita) und die Präfektur (früherer Sitz der Herzoge von Savoyen). Am Übergang von der Alt- zur Neustadt von Nizza befinden sich, nach Turiner Vorbild, die Place Masséna, die Place Garibaldi und die Promenade des Anglais, an der Südseite der Neustadt. Dort befindet sich auch das bekannte Hotel Negresco. Die auffällige pinkfarbene Kuppel des Hotels wurde von Gustave Eiffel konstruiert. |
![]() Hotel Negresco an der Promenade des Anglais |
![]() Place Masséna |
An Karneval im Februar verwandelt sich die Promenade des Anglais in ein Blumenmeer, wenn die in bunten Blumen geschmückten Festwagen, zweimal zwischen dem Theatre de Verdure und dem Hotel Negresco über die Renommiermeile ziehen. Bei der ersten Durchfahrt werden die kunstvollen Blütengestecke von den Zuschauern noch bewundert, bei der zweiten Durchfahrt werden die Blumen von der Besatzung der Festwagen geplündert und unter das Volk geschmissen. |