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Speiseeis ist wohl in zwei unterschiedlichen Kulturen gleichzeitig entstanden. Einmal im antiken China, sowie in der Antike im europäischen Raum. Zahlreiche Schriften zeugen noch heute von der damaligen Herstellung des Speiseeises. Der griechische Dichter und Denker Keos, gibt folgende Zutaten für die Herstellung an: Gletscherschnee mit Früchten und Rosenwasser bzw. Honig. Aber auch Größen wie z.B. Hippokrates, verschrieb seinen Patienten Speiseeis zur Stillung von Schmerzen. Später ließen sich die römischen Kaiser das Eis aus dem Veneto nach Rom liefern und auch die indischen Kaiser sorgten dafür, dass immer genügend Eis aus dem Himalaya in ihren speziellen Kellerräumen lagerte.

Einer der ersten Eisscafès
Einer der ersten Eisscafès
Das Wissen um die Zubereitung des Speiseeises ging mit dem Untergang des Römischen Reiches (ca. 5 Jh. nach Chr.) in Europa verloren. Erst durch Handelsreisende und Abenteurer wie Marco Polo wurde die Zubereitung des Speiseeises im 11. Jh. in Europa wieder entdeckt. Allerdings war es aber nur der gesellschaftlichen Elite vorbehalten. Die Herstellungstechniken wurden immer weiter verfeinert. Zuerst wurde das Speiseeis mit Schnee und Salpeter (Felsensalz) unter Zugabe von Früchten hergestellt. Bereits im 16. Jh., so wird berichtet, soll Katharina von Medici eine weiter entwickelte Form des Eises – ein Gemisch aus Fruchtsaft oder Fruchtpüree mit Eis – an den französischen Hof nach Paris mitgebracht haben. Aber auch im 16. Jh. tauchte in einem deutschen Rezeptbuch ein Herstellungsverfahren für eisgekühlten Milchrahm auf. Zur gleichen Zeit eröffnete auch in Paris das erste Cafe, wo Speiseeis angeboten wurde. Ein Jahrhundert später erschien in Neapel das erste Buch von Filippo Baldini über die Zubereitungskunst von Eis. Der Siegeszug des Speiseeises erreichte um 1700 die europäischen Cafés und im 18. Jh. wurde dann endlich Speiseeis auf Frankreichs Straßen von Eishändlern verkauft.

Briefmakre von 2006 (Italien)
Briefmakre von 2006 (Italien)
Kalenderwerbung
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Aber auch in den USA gewann die Eiscreme immer mehr Anhänger. Dafür sorgten Präsidenten wie George Washington, der sich in den Jahren 1780-1790 privat eine Maschine zur Herstellung von Speiseeis gekauft haben soll. Thomas Jefferson, der das Eis in Frankreich als Staatssekretär kennen lernte und auch James Madisons Frau, machte die Eisbombe salonfähig.

Eisverkäufer mit Fahrrad
Eisverkäufer mit Fahrrad
Carrettino bicicletta refrigerato
Carrettino bicicletta refrigerato
Im Jahre 1843 entstand die erste handbetriebene Eismaschine von Nancy Johnson. Ihr ist es zu verdanken, dass mit der stark vereinfachten Herstellung, nun viele Haushalte sich ihr Speiseeis selbst zu bereiteten. Aber auch die Industrialisierung des Eises ließ nicht lange danach auf sich warten. Die ersten Fabriken entstanden 1851 in Baltimore. Eine weitere Vereinfachung war die Erfindung von Carl von Linde, der im Jahre 1876 seine Kältemaschine erfand, ein Vorläufer unseres heutigen Kühlschranks. Durch diese Weiterentwicklung brauchte man nicht mehr das Eis im Winter in Eiskellern unterzubringen, um es dann im Sommer zu verarbeiten. Von nun an war Kälte jederzeit verfügbar und für die Masse herzustellen. Die Qualität der Eisherstellung verbesserte August Gaulin mit seinem Homogenisierungsverfahren, wo die Fettanteile der Milch gleichmäßig in der Flüssigkeit verteilt wurden. Es fehlte nur noch die kegelförmige Eiswaffel, um die Eiskugeln zu servieren. Diese Erfindung wurde bereits vor dem 19. Jh. gemacht, aber erst 1902 als Maschine zum Patent angemeldet.

Eisverkaufsrad im Museum
Eisverkaufsrad im Museum
Ape mit Eiswagen
Ape mit Eiswagen
Eisbude
Eisbude
In den Jahren nach 1920 wurde das Softeis aus einem Team von Lebensmittelexperten und Chemikern entwickelt. Ein sehr bekanntes Mitglied aus dem Team war die spätere, britische Premierministerin Margaret Thatcher.

Im Jahre 1923 erfand Frank Epperson aus den USA, zufällig das Eis am Stiel. In einer kalten Winternacht gefror ihm ein Glas Limonade mit einem Löffel drin im Freien. 9 Jahre später wurde dann auch die Herstellung von Milcheis mit Schokoladenüberzug erfunden und verkauft.

Auswahl an Eissorten
Auswahl an Eissorten
Waldfruchteis
Waldfruchteis
Um 1900 herum entwickelte sich in Italien die Herstellung des Speiseeises zur Passion. Gerade die Region Veneto war darin sehr bekannt, denn die damaligen Eislieferanten stammten hauptsächlich aus dem Veneto oder Friaul. Mit der Aufnahme von Gastarbeitern aus Italien kam auch die Kunst der Zubereitung des Speiseeises nach Deutschland. Heute findet man in Deutschland eine Vielzahl von Eisdielen und Eiscafés mit großer Auswahl an Eissorten und Variationen. Die geheimen Rezepturen für die Herstellung der verschiedenen Eissorten, werden in den italienischen Familien noch heute nur an die Kinder weitervererbt.

Zitruseis mit Orangen
Zitruseis mit Orangen
Geschäft der Eltern von Gianna Nannini in Siena
Geschäft der Eltern von Gianna Nannini in Siena
Eisbecher
Eisbecher
Gelateria
Gelateria
Wer jetzt Appetit auf ein leckeres Eis bekommen hat, findet hier ein paar einfache und leckere Rezepte für Speiseeis, welches man selber zuhause herstellen kann.

Speiseeis:
Für die Zubereitung von Speiseeis benötigt man 0,25 l Milch, 1 Eigelb und 60 g Zucker. Geben Sie das Eigelb und den Zucker in eine Rührschüssel und schlagen Sie es auf, bis eine cremige Masse entsteht. Diese Masse erwärmen Sie unter ständigem Rühren auf kleiner Flamme und geben nach und nach die Milch hinzu. Danach die Masse gut abkühlen lassen und diese dann in die Eismaschine geben. Dieses Grundrezept kann z.B. mit Schokoraspeln, Pistazienkernen oder Früchten verfeinert werden.

Ananas-Basilikum-Sorbet:
Ein ungewöhnliches, aber leckeres Sorbet ist das Ananas-Basilikum Sorbet. Dazu benötigt man zwei Ananas, ein Bund Basilikum, 200 g Zucker und zur Garnierung Himbeeren oder Physalis. Putzen Sie die beiden Ananas und schneiden 1½ Ananas in kleine Stücke und pürieren Sie diese. Danach passieren Sie den Ananaspüree. Die gewonnene Flüssigkeit (ca. 750 ml) vermischen Sie mit 200 g Zucker und geben je nach Geschmack, 5 – 10 in Streifen geschnittene Basilikumblätter hinzu. Geben Sie nun das gut durchgemischte Sorbet in eine Sorbetière und lassen es gefrieren. Hobeln Sie die verbliebene Ananas in dünne Scheiben und verteilen diese auf dem Dessertteller. Legen Sie danach die Sorbetkugeln darauf.

Zabaione (Eis mit Espresso):
Sie benötigen hierzu 60 ml Espresso, 2 Eigelb, 50g Zucker, 2 cl Amaretto und 3 Vanilleeiskugeln. Lassen Sie den frisch zubereiteten Espresso so lange abkühlen bis er lauwarm ist. Danach schlagen Sie die zwei Eigelb mit dem Zucker auf. Geben Sie dann den Amaretto und den Espresso hinzu. Schlagen Sie dies dann weitere ca. 5 Minuten kräftig auf. Geben Sie die Vanilleeiskugeln in je einen Becher oder Schale und gießen die Zabaione darüber. Evtl. noch mit gehackten Mandeln oder Amarettini dekorieren.

Guten Appetit!!
 
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