Inmitten der wunderschönen Toskana (Italien) befindet sich zur Provinz Siena gehörend, die Stadt Colle di Val d’Elsa. Auf einem Bergrücken überschaut man von Colle di Val d’Elsa aus über das weite Tal Elsa. Das historische Stadtzentrum ist in drei Teile geteilt, in den noch mittelalterlich geprägten und oberen Teil Il Castello mit Pitticciano, dem aus der Renaissancezeit geprägten Teil Borgo in Santa Caterina und Il Piano dem unteren Stadtteil von Colle di Val d’Elsa. Verbunden wird der obere Stadtteil mit dem Stadtteil Borgo von der Campana-Brücke. |
![]() Colle Val d'Elsa |
![]() Landschaft von Colle Val d'Elsa |
Die ersten archäologischen Funde sind aus dem 4. Jahrtausend (Bronzezeit) und bezeugen, dass seitdem Colle di Val d’Elsa bewohnt wurde. Später siedelten sich dann die Etrusker und danach dann die Römer in Colle di Val d’Elsa an. Das Etruskervolk breitete sich aus und entwickelte sich hauptsächlich im Gebiet der südlichen Toskana und im Norden von Latium. Die frühesten etruskischen Funde, die in Colle di Val d’Elsa gefunden wurden, stammen aus dem 7. Jh. v.Chr. und sind im Archäologischen Museum zu besichtigen. Der spektakulärste Fund ist ein Grab, wo ein ca. 28 jähriges Mädchen mit sieben weiteren Personen im Dorf Porciglia gefunden wurde. Ein kleiner Ohrring des Mädchens ist Aufgrund von Kalkablagerungen erhalten geblieben. Das Alter und der Ohrring hatte die Wissenschaftler neugierig auf das Aussehen des Mädchens gemacht. So wurde an der Universität von Pisa mit Hilfe von modernster Technik einen Gipsabdruck vom Gesicht des Mädchens erstellt. Das Gesicht ist auch im Museum zu besichtigen und spiegelt die Ähnlichkeiten zum Aussehen der Toskaner wieder. Zwischen dem 9. und 3. Jh. v.Chr. endete in Europa die Ära der Etrusker und immer mehr Römer kamen nach Colle di Val d’Elsa. |
![]() Die Mauer gibt den Blick frei.... |
Im 12. Jh. geriet Colle di Val d’Elsa zwischen die Fronten von den florentiner Guelfen (gegen die päpstliche Einmischung) und den Papsttreuen Gibellinen. 1269 fand die entscheidende Schlacht vor den Toren Colle di Val d’Elsas statt. Die Schlacht war grausam und kurz. Trotz der gewaltigen Überzahl der Gibellinen wurden sie, von den nur wenigen Guelfen aus Colle di Val d’Elsa und aus Florenz geschlagen. Die Vormachtstellung der Gibellinen wurde beendet und die Macht der Guelfen begann. Dante Alighieri äußerte sich in seinem XIII. Gesang des Fegefeuers, im 2. Teil des Neids wie folgt: |
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Ende des 12. Jh. unter der Herrschaft der Guelfen erlangte Colle di Val d’Elsa die Stadtrechte und die ersten Gemeindestatuten gehen auf den Anfang des 13. Jh. zurück. Auch der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt entstand in jener Zeit. Durch Kanäle wurde dem Fluss Elsa Wasser umgeleitet, um so Mühlen und Papiermanufakturen anzutreiben. Anfang des 14. Jh. musste sich Colle di Val d’Elsa gegen den Herzog von Kalabrien behaupten, um das florentiner Gebiet zu schützen, was in der Stadt zu schweren Verwüstungen geführt hatte. Das war der Anlass die Befestigungsanlage zu verstärken. Ende des 15. Jh. tobte auch in Colle di Val d’Elsa der Krieg von Siena und des Großherzogtums der Toskana. Danach wurde in einer Bulle von Papst Klemens VIII festgelegt, dass in Colle di Val d’Elsa ein neuer Diözesensitz entstehen sollte. Dank des Einflusses der Medici-Familie und dem Sitz gewann die Stadt an Bedeutung, was viele einflussreiche Familien nach Colle di Val d’Elsa zog. Mit den neuen Familien entstanden auch neue wirtschaftliche Ideen und so wurde die Papierherstellung nach und nach durch die Eisen und Glasmanufaktur ersetzt. Später dann wurde Colle di Val d’Elsa zum Synonym von Kristallerzeugung. Heute noch liegt die italienische Kristallproduktion bei 95 % und weltweit bei 15%. |
![]() Gemütliche Restaurants |
![]() Über den Dächern von Colle Val d'Elsa |
Das Colle Val d’Elsa lag bereits seit der frühen Antike verkehrsgünstig, verband sie doch im Mittelalter die Toskana mit der Po-Ebene . Händler, Reisende und Pilger, die aus Nordeuropa nach Rom unterwegs waren, verweilten in Colle Val d’Elsa. Auch noch heute ist die Stadt auf dem Bergrücken Anziehungspunkt für viele Reisende aus aller Welt. Neben dem mittelalterlichen Flair, was sich noch heute in den engen Gässchen erleben lässt, genießt man von den Festungsmauern aus einen grandiosen Ausblick über das Elsatal. In zahlreichen Geschäften werden atemberaubende, schöne Kristallerzeugnisse angeboten und in den Restaurants der Stadt werden die Gäste noch nach alten toskanischen Rezepten beköstigt. Planen Sie unbedingt bei Ihrer Toskana-Reise einen Besuch in dieser wunderschönen Stadt mit ein, es lohnt sich. |
![]() Enge Gässchen in Colle val d'Elsa |
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![]() Schmale Gänge verbinden die Gässchen |